Für viele klingt ein Betriebsausflug nach Teambuilding mit Seilen und Flipcharts. Mein Team und ich, wir sind ein kleiner Verlag für Reiseführer, hatten keine Lust darauf. Stattdessen wollten wir etwas erleben, das uns wirklich zusammenschweißt und gleichzeitig unseren Horizont erweitert. Also beschlossen wir, die Reise selbst in die Hand zu nehmen und eine Woche auf La Palma zu verbringen. Die Herausforderung: Wir mussten alles selbst organisieren – Unterkunft, Aktivitäten und vor allem die Mobilität auf der Insel. Ohne Auto geht auf La Palma fast nichts.
Die Suche nach einem passenden Mietwagen erwies sich schnell als der Dreh- und Angelpunkt der ganzen Reiseplanung. Wir brauchten ein zuverlässiges Fahrzeug für acht Personen mit Gepäck, das uns auf den kurvigen Straßen sicher von A nach B bringt. Nach einigem Recherchieren und Vergleichen von Bewertungen fanden wir unsere Lösung im Internet. Unsere Buchung haben wir über eine gut strukturierte Mietwagen Webseite abgewickelt, die speziell auf La Palma ausgelegt war. Das war der entscheidende Schritt, denn mit dem gebuchten Van war die Grundlage für unseren flexiblen Abenteuer-Plan gelegt.
Warum Flexibilität für uns den Unterschied machte
Ein Reiseunternehmen hätte uns einen straffen Zeitplan mit festen Abfahrtszeiten vorgegeben. Als kleiner Betrieb, in dem kreative Köpfe oft ihren eigenen Rhythmus haben, wäre das der falsche Ansatz gewesen. Mit unserem eigenen Fahrzeug konnten wir spontan entscheiden. Einmal saßen wir nach einer Wanderung zum Caldera de Taburiente in einem kleinen Dorf und bemerkten, dass der Himmel über den Wolken klar war. Statt wie geplant zurückzufahren, packten wir unsere Jacken ein und fuhren spontan hoch zum Roque de los Muchachos, um die Sterne zu sehen. Diese Freiheit, den Moment zu nutzen, hat die Reise für uns wertvoll gemacht.
Die ungeplanten Momente, die wir sonst verpasst hätten
Mit dem Mietwagen entdeckten wir La Palma abseits der Standardrouten. Auf der Fahrt von Los Llanos nach Santa Cruz nahmen wir eine kleine Nebenstraße und stießen auf eine alte Bananenplantage, wo der Besitzer uns eine private Führung anbot. Wir lernten mehr über den Anbau als in jedem Museum. Ein andermal folgten wir einem handgeschriebenen Schild zu einem ‘Mirador secreto’ und fanden einen Aussichtspunkt, der in keinem Reiseführer stand. Diese Funde sind die Geschichten, über die wir noch Monate später im Büro lachen und die unseren Teamgeist authentisch gestärkt haben.
Wie wir die Kosten im Griff behielten
Ein großer Vorteil der Selbstorganisation war die Kostentransparenz. Wir teilten die Fixkosten für den Mietwagen einfach durch acht. Jeder wusste genau, was er bezahlt. Für Sprit und Parken legten wir eine gemeinsame Kasse an. So vermieden wir das lästige Abrechnen von Kleinbeträgen am Ende. Verglichen mit Pauschalangeboten für Gruppen, bei denen immer ein Aufschlag für die Organisation drauf ist, sparten wir deutlich. Das gesparte Geld steckten wir lieber in ein gemeinsames Abendessen in einem traditionellen Restaurant oder in den Eintritt für ein Observatorium.
Was wir für die nächste Firmenreise anders machen würden
Nicht alles lief perfekt. Wir haben zum Beispiel unterschätzt, wie anstrengend es sein kann, wenn immer eine Person fahren muss. Nächstes Mal planen wir feste Fahrerpaare ein, die sich abwechseln. Auch die Kommunikation vor Ort ließ sich verbessern. Wir nutzten zwar Messenger-Gruppen, aber für schnelle Abstimmungen wie ‘Treffpunkt in 10 Minuten am Auto’ wäre ein einfacher Funkgeräte-Set sinnvoll gewesen. Die größte Lektion war jedoch: Man muss den Mut haben, den Plan auch mal über den Haufen zu werfen. Das beste Team-Event war unser spontanes Picknick an einem schwarzen Sandstrand, für das wir den Nachmittagsplan komplett umwarfen.
Für kleine Unternehmen, die ihre Ausflüge selbst gestalten wollen, kann ich aus unserer Erfahrung diese konkreten Punkte empfehlen:
- Bucht das Fahrzeug frühzeitig, besonders für größere Gruppen in der Hauptsaison.
- Plant mindestens einen ganzen Tag ohne festes Programm, nur für spontane Entdeckungen.
- Legt eine klare Regel für die Nutzung des Fahrzeugs fest (z.B. wer fährt, wo wird geparkt).
- Erstellt eine gemeinsame Packliste mit Dingen wie Wanderkarten, Wasserkanistern und einer Powerbank fürs Navi.
Die beste Teambindung entsteht nicht im Konferenzraum, sondern auf unbefestigten Straßen, wenn man gemeinsam den Weg sucht und findet.
Unser selbstorganisierter Betriebsausflug hat uns mehr gebracht als ein gebuchtes Seminar. Jeder im Team hatte eine Aufgabe, sei es die Navigation, das Budget oder die Essensplanung. Diese gemeinsame Verantwortung und die geteilten Erlebnisse in unserer eigenen kleinen Reiseblase haben uns enger zusammengebracht. Die Mobilität vor Ort war dafür der Schlüssel. Zurück im Büro haben wir die Fotos unserer Abenteuer an die Pinwand gehängt. Sie erinnern uns nicht nur an eine schöne Woche, sondern daran, dass wir als Team auch komplexe Projekte – wie die Organisation einer kompletten Reise – gemeinsam stemmen können. Das ist ein Erfolg, der weit über die Reise hinausgeht.